Das Ruhrgebiet als Motiv...

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WAZ vom 10.08.2001

Bilder kann man nicht immer herumschleppen

Was hat die weltbekannte "Route 66" mit Gladbeck zu tun? Eigentlich nichts, möchte man meinen. Bis man Wilfried Batke trifft zumindest. Denn Batke möchte mit seinen "Grüßen aus dem Ruhrgebiet" phantasievoll und witzig auf die Schönheiten der Region verweisen. "Wir müssen uns nicht verstecken", sagt er aus Überzeugung. "Wir haben hier auch unzählige Straßen, die die Attraktionen des Reviers miteinander verbinden."

So hat der Gelsenkirchener Künstler, den viele Gladbecker noch als Konzertveranstalter aus den 80er Jahren kennen, eine Serie von Collagen erarbeitet, die sich mit Motiven aus dem Ruhrgebiet auseinandersetzt.

"Weil ich nicht immer meine Bilder rumschleppen kann", wie Batke sagt, hat er einen Teil seiner Serie zusammen mit seinem Gladbecker Freund Dietmar Tervooren ins Internet gestellt. "Kunst muss gezeigt und gesehen werden", meint Tervooren und Batke fügt hinzu: "Ich kann mir vorstellen, dass wir in Zukunft noch mehr Arbeiten online zeigen, vielleicht sogar eine Internet-Galerie aufbauen."

Vor einem Jahr wagte Batke das Experiment, und noch heute findet er die Idee aufregend. "Ich habe maximal die Zeit, eine Austellung im Jahr zu organisieren", sagt er. Da ist es ihm ganz recht, dass seine "Sympathiebilder fürs Ruhrgebiet" permanent abrufbar sind. Das Medium ist zutiefst demokratisch. Denn jeder, der möchte, hat jederzeit Zugang zu seinen Bildern. Der nette Nebeneffekt für den Künstler Batke: Er hat aufgrund der Resonanz auch das Gefühl, dass wirklich mehr Menschen seine Arbeiten sehen.

Angst davor, dass ihm seine Ideen einfach geklaut werden, hat der 48-Jährige nicht. Im Internet sind die Arbeiten mit einem für den Betrachter unsichtbaren Wasserzeichen versehen. Na ja, und im Zeitalter der permanenten Reproduzierbarkeit von Kunstwerken ist der geistige Diebstahl eigentlich überall möglich. "Nichts ist ohne Risiko", sagt Batke, "in der Kunst wird ja bekanntlich seit Jahrhunderten geklaut."

So bietet die "Playa de Pott", die Batke unter die Zeche Zollverein verlegt hat, auch in Zukunft dem Betrachter im Internet die Möglichkeit zu schmunzeln. Die "Route 66", die Batke am liebsten nach Gladbeck verlegen möchte, findet der Kunstfreund allerdings weder in der realen Stadt noch in der virtuellen Welt. Die gibt´s nur in Batkes tatsächlich existierendem Wohnzimmer. aw

Informationen im Internet: www.tdmc.de

(Namen und Web-Adresse red. korrigiert)

 

 

 

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